Hofstelle Koeberich

Die an der Dorfstraße in Ardey gelegene Hofstelle Köberich wird schon 1666 in der Liste der Dienstpflichtigen im Amt Unna erwähnt. Die Familie Scheper später Schäfer bewirtschaftete den Hof fast 400 Jahre lang. Anfang des 20. Jahrhunderts adoptierten der kinderlose Wilhelm Schäfer und seine Gattin geborene Bemmer, schließlich die aus Flierich stammende Elisabeth Weber. Sie traf im heiratsfähigen Alter auf den damaligen Verwalter von Haus Schoppe, Paul Köberich, und gründeten auf dem Hof eine Familie die bis heute den Hof bewirtschaftetet. Das 1749 erbaute Haupthaus brannte infolge eines Blitzeinschlages im Jahre 1939 bis auf die Grundmauern nieder. Der kriegsbedingte schwierige Wiederaufbau war 1941 weitestgehend abgeschlossen. Doch am 15. Oktober 1947 schlug das Schicksal ein weiteres mal zu. Die neu erstellten Gebäude brannten bis auf das Wohnhaus ab. Die ausbezahlte Versicherungssumme wurde nahezu vollständig von der Währungsreform aufgezehrt, doch die Familie Köberich konnte mit nachbarschaftlicher Hilfe den Hof wiederherstellen und in seiner heutigen Anlage der Familie erhalten.

Die Ardeyer Mühle 1840

Im Jahre des Herrn 1738 sandte der Preußische König den Königsberger Kriegs – und Domänenrat Staffelstein in die Mark, um das Mühlenwesen in neue Bahnen zu lenken. Ziel war es die Domänenmühlen weiter auszulasten und möglichst viele Mahlgenossen in den Mühlenbann zu ziehen. Für die Wassermühle in Langschede mit ihren drei Mahlgängen bedeutete das einen Anstieg der Genossen auf 3630 Bannpflichtige, wovon 112 aus Ardey kamen.

Der Hof Schulze Ardey fühlte sich zu dieser Zeit veranlasst eine eigene Mühle zu errichten. Die Getreidemühle mit einem Mahlgang wurde am Ostholzbach im Mühlenkamp erbaut und war wohl eine unterschlächtige Wassermühle mit vorgeschalteten Mühlenteich der nach der Geometrischen Karte von 1830 ca. 25 Ruthen lang und ca. 8 Ruthen breit war ( 1 Ruthe = 4,32 Meter). Bei einem Bodengefälle im Mühlenkamp von 2 % und einer mittleren Teichtiefe von 1,50 Meter, ergibt sich ein maximaler Wasservorrat von 5600 m/3.

An Fließgewässern wie dem Ostholzbach, staute man das Wasser auf, um die nötige Fallhöhe und den kontinuierlichen Wasserzulauf zu gewährleisten. Eine schlichte Bauform des Wehrs war das Schützenwehr. Eine oder mehrere Schützenklappen verwehrten dem Wasser den freien Abfluss im Strom und lenkte das Wasser so in den Mühlenkanal. Dabei wurden die Schützenklappen herabgelassen, zufiel Wasser überströmte die Klappen, ein Stau bildete sich. Durch Anlüften der Schützenklappe konnte man zudem die Stauhöhe beeinflussen.

Dem tatsächlichen Baudatum kann man sich nur annähern denn neben dem Mühlenbann spielte auch die Zugehörigkeit des Hofes zum Stift Fröndenberg eine große Rolle. Der Hof Schulze Ardey wurde um 1270 wie einige Schulze Höfe im Kirchspiel Dellwig von den Edelherren von Ardey an das Stift veräußert. Das Stift hatte zeitweise eine eigene Schwimmmühle an der Ruhr und damit auch ein Interesse an deren Auslastung. Erst mit der Säkularisation während des napoleonischen Zeitalters zwischen 1799 und 1821 und der Aufhebung des Stifts, wäre so ein Bau sinnvoll gewesen. Auch waren die Getreidepreise erst ab 1774 auf einem Niveau in dem ein eigener Mühlenbetrieb sich als wirtschaftlich erweisen sollte. Durch den Mühlenbann machte es nur für große Erzeuger Sinn eine eigene Mühle zu betreiben, für andere Erzeuger war es bei Strafe verboten eine Mühle zu beliefern die nicht der Domänenkammer unterstanden.

Auch wenn Schulze Ardey noch 1840 den Antrag auf einen zweiten Mahlgang, dem Graupengang stellte, konnte er den Niedergang nicht aufhalten.

Mit der Inbetriebnahme von zahlreichen Dampfmühlen ab 1860 wurde der Erhalt und der Betrieb von privaten Wassermühlen wie am Ostholzbach immer unwirtschaftlicher.

Heute ist der ehemalige Mühlenteich und der Standort der Mühle nicht mehr erkennbar. Der Anspruch auf ausreichender Ackerfläche und die Flurbereinigung ab 1953 verwischten endgültig alle Spuren.

Der Stillstand im April 2020

Gruppenfoto war nicht und Erbsensuppe gab es auch nicht. Ardey putzt, doch unter Beachtung aller hygienischen und gesetzlichen Vorgaben. Einzeln oder mit einem Partner auf der anderen Straßenseite machten sich die Ardeyer auch in diesem Frühjahr wieder auf, um das Dorf von den gedankenlosen Hinterlassenschaften einiger Zeitgenossen zu befreien. Ausgestattet mit der persönlichen Schutzausrüstung gingen die Ardeyer zeitversetzt über acht Tage durch das heimische Gefilde und sammelten was ihnen vor die Zange kam. Organisiert vom Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey und dem Ortsheimatpfleger kamen so fast dreißig volle Müllsäcke zusammen. Die Natur kann wieder durchatmen und das Auge des geneigten Wanderers bleibt nicht an einer verwaisten Zigarettenschachtel hängen.

Seit dem 15. März 2020, also seit fast drei Wochen steht nahezu die ganze Welt still.

Der Coronavirus und die damit einhergehende Lungenkrankheit Covid-19 hat die Bevölkerung und das alltägliche Leben im Griff.. Bis zum 05. April 2020 erhöhte sich die Gesamtzahl aller bisher in Deutschland festgestellten Coronavirus – Infektionen auf Basis der ausgewerteten Daten aus allen 16 Bundesländern auf 95.950 Fälle. Das sind 4636 neu erkannte Ansteckungen mehr als am Vorabend.

Weltweit sind zur Zeit über 1,2 Millionen Menschen infiziert und fast 70000 Menschen daran gestorben. Die Fallzahlen nehmen weiter zu und werden ihren Höhepunkt erst noch erreichen. Nach diesem Virus wird die Welt wie wir sie kannten eine Andere sein

  • 365 Infektionen mit dem neuartigen Sars-CoV-2-Virus sind im Kreis Unna bislang gemeldet worden. Diesen Stand nannte das Kreisgesundheitsamt am Sonntag (5. April). Im Vergleich zum Vortag kamen 34 neue Infektionen hinzu.
  • 105 Menschen gelten nach einer Infektion als geheilt, weil die angeordnete Quarantäne für sie endete (Stand: 3. April).
  • Acht Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 sind bislang im Kreis Unna bekannt: Fünf neue Todesfälle wurden am Samstag (4. April) gemeldet. Alle Menschen litten unter Vorerkrankungen.
  • Ein Schwerpunkt der Arbeit des Kreisgesundheitsamts liegt derzeit in Fröndenberg, wo Infektionen in zwei Altenheimen mit insgesamt fast 300 Bewohnern einzudämmen sind. Insgesamt wurden in Fröndenberg 85 Personen positiv auf den Virus getestet.

Ardeyer Grubenunglück 1953

Für den interessierten Wanderer, der sich heute in den Feldern und Waldstücken zwischen Frömern, Ardey und Stricherdicke ergeht, existiert die Kleinzeche „ Frohe Ansicht“ nicht mehr. Kein Anzeichen deutet darauf hin, dass in dieser Gegend südöstlich der Wilhelmshöhe vor fast 70 Jahren noch Kohle abgebaut wurde.

Wie im Wittener Muttental auch, wurde hier zunächst oberflächennah im 16. Jahrhundert in Pingen und später sogar waagerecht im Berg in Stollen nach Kohle gegraben – entsprechende Nachweise von 1574 sind vorhanden. Um 1774 begann der Abbau durch die Zeche Nepomuk, betrieben vom nahegelegenen Kloster Scheda in der Nachbarstadt Wickede (Ruhr) bis etwa 1800. Erstmals geschah dies in Schächten mit Haspeln und Stollen. Es folgte 1821 die Zeche Frohe Ansicht, die an dieser Stelle bis 1847 förderte und dann aufgegeben wurde. Ein Teil der geförderten Kohle ging an die Saline in Königsborn. Dann wurde es zunächst wieder still hier im Siepen. Kleinzechen erlebten durch die Kohleknappheit nach dem zweiten Weltkrieg (1939-1945) eine Renaissance. Im Jahre 1951 entstand aus diesem Grunde an selber Stelle die Kleinzeche Haggenberg. Der Begriff Kleinzeche bezeichnet einen primitiven Abbau von Kohle in einem zunächst waagerecht in einen Abhang getriebenen Stollen, der später, offenbar wegen seiner Ergiebigkeit, durch einen senkrechten Schacht ersetzt wurde. Dieser reichte zwar 60 Meter in die Tiefe hinab, trotzdem gab es keinen Förderkorb. Die Bergmänner stiegen vielmehr auf Leitern hinab, lösten die Kohle mit Spitzhacken und füllten eine kleine Lore, diese wurde dann mittels eines Motors nach oben gehievt. Geplant war, so zumindest der Bericht eines Zeitzeugen, am Bahnhof Frömern eine weiteren Schacht niederzubringen. Unterirdisch sollte die Kohle dorthin gebracht werden, so dass ein Lastwagentransport entfallen könnte. Im Jahre 1953 änderten sich die Besitzverhältnisse, neuer Eigentümer wurde Emil Deichmüller, und die Zeche Haggenberg wurde umbenannt in die alte Bezeichnung Zeche Frohe Ansicht. Knapp drei Monate darauf kam es am 13. Oktober zu einem schweren Unfall. An diesem Tag ereignete sich kurz nach 7.00 Uhr morgens in 60 Meter Tiefe ein Strebbruch, bei dem vier Männer eingeschlossen wurden. Der zuerst Geborgene, der erst 24 Jahre alte Walter Sudhoff aus Frömern, erlitt tödliche Verletzungen. Die übrigen Eingeschlossenen, Gustav Potthoff aus Ardey, Werner Liebert aus Fröndenberg und Fritz Schwake aus Strickherdicke, sollten in einer dramatischen Aktion gerettet werden. Um 9.00 Uhr morgens erschienen die zu Hilfe gerufenen Rettungsmannschaften, drei Gruppen aus Heeren und von der Zeche „ Alter Hellweg“. Geleitet wurden sie von Obertruppführer Wilhelm Spellmeyer, der schnell erkannte, dass es nur ein eine Möglichkeit gab sich zu den Verschüttenden vorzuarbeiten. Es musste gelingen, von der Sohle aus parallel zu dem infolge des Strebbruchs verschüttenden Aufbruchs, der wie ein Schornstein zum Flöz „Dreckbank“ hinaufführte, einen neuen Aufbruch zu schaffen. Unter übermenschlichen Anstrengungen wurde ein 15 Meter Schacht durch die Kohle hindurch senkrecht in die Höhe getrieben. Nach unendlichen sieben Stunden gelang es den Bergungsmannschaften eine Rohrverbindung zu den drei Bergmännern herzustellen. Das Bemühen nahm dramatische Formen an, als gegen 10.45 Uhr am 14. Oktober, also nach mehr als 27 Stunden, die Retter sich zu den eingeschlossenen vorgearbeitet hatten und der erste Lichtstrahl auf die harrenden Männer traf. Es bedurfte aber noch einiger Überredungskunst um die eingeschlossenen Männer von der Sicherheit des Bergungsschachtes zu überzeugen. Erst nachdem Emil Müller zu ihnen in das dunkele Verlies kletterte um zu zeigen das ihre Furcht unbegründet war, verließen die drei Männer ihr Gefängnis und wurden von den Rettern an die Oberfläche gebracht. Nach dem Ende der Bergungsaktion war auch das „Bergbauzeitalter“ für Ardey beendet und der Schacht wurde verfüllt. Heute erkennt nur der bergmännisch interessierte Fachmann die unnatürlichen Geländeformen und kann die Spuren der Vergangenheit lesen und richtig deuten.

Schulneubau in Ardey 1965

Im Jahre 1959 befassten sich die verantwortlichen Leute in Ardey erstmalig ernsthaft mit dem Gedanken des Neubaues einer Schule. Der erste Entwurf aus dem Jahre 1960 sah ein sechsklassiges Gebäude vor, das in zwei Bauabschnitten mit jeweils drei Klassenräumen erstellt werden sollte. An sechs Klassen wurde auch später noch gedacht, doch der erste Abschnitt der im Mai 1963 fertig gestellt werden sollte sah anstelle der ursprünglich drei gleich vier Klassenzimmer vor. Es wurde eine Schülerzahl von 130 Kindern statt der bisherigen 102 Kinder erwartet. Die alte Schule im Westfeld mit ihren zwei Klassenzimmern war vollkommen veraltet und entgegen des Elternwunsches von 1954 wurde ein Neubau zwingend erforderlich. Die nicht unerhebliche Bausumme von 700000 DM war für die 1000 Seelen Gemeinde Ardey kein Pappenstiel. Doch der auf dem Bausektor mangelnde Fachkräftemangel verzögerte den Bauvorgang erheblich. Die Gesamtlänge des Gebäudes von 10 mal 50 Meter umschloss drei Klassen – und ein Lehrerzimmer, den Raum des Schulleiters und ein Lehrmittelzimmer. Dazu einen Werkraum, eine Kochküche mit Handarbeitseinrichtungen. Im Südosten lag die Wohnung des Hausmeisters. In einem zweiten Bauabschnitt sollten dann zwei weitere Klassenzimmer und eine Lehrerwohnung erstellt werden. Am 14. Juni 1965 war es endlich soweit. „ Mögen landschaftliche Schönheit, bauliche Harmonie und Klarheit der Form die sichtbare äußere Verpflichtung sein für ebenso klare, schlichte, wie erfolgreiche Arbeit im Inneren des Hauses“, lautete der Wunsch von Schulrat Schwers zur Übergabe des Volksschulneubaus in Ardey. Mit der Aushändigung des symbolischen Schlüssels durch Architekt Karl Hennemann an Amts – und Gemeindebürgermeister Fritz Göbel, fand für den ehemals selbstständigen Ortsteil Ardey ein langes Stück Schulgeschichte seinen gelungenen Abschluss. Gleichzeitig gab es für Schulleiter Hohmann, Lehrer – und Schülerschaft mit der festlichen Übergabe ihrer „Ardey – Schule“ einen neuen Anfang. Im Jahre 1976 ging der Schulleiter Hohmann nach 30 Jahren Schuldienst in den Ruhestand. Ab dem Schuljahr 1983 kamen alle Grundschüler nach Langschede auf die Sonnenbergschule und das Gebäude wurde umgewidmet zum Kindergarten „ Villa Kunterbunt“.

Ardey im März 2020

Stillstand!  Seit dem 15. März 2020 kommt das öffentliche Leben zum Stillstand. Erstmals in der bundesrepublikanischen Geschichte werden alle Schulen, Kindergärten und öffentliche Treffpunkte geschlossen und die Bevölkerung aufgefordert nur in Notfällen die eigenen vier Wände zu verlassen. Von China ausgehend breitet sich eine neuartige Variante des Coronavirus aus. Mehr als 155.000 Menschen haben sich nachweislich weltweit infiziert, 5.800 sind an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, die der pandemische Erreger auslösen kann, rund 73.000 Menschen gelten als genesen . Das ist der Stand vom 15. März 2020. Die Menschen hamstern wie in Kriegszeiten .

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Diese Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch erfolgen, wenn Virushaltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Atemwege gelangen. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, spielt aber vermutlich nur eine untergeordnete Rolle. Man nimmt an, dass das neuartige Coronavirus von Fledermäusen stammt. Ob andere Tierarten als Zwischenwirte des Virus zwischen Fledermaus und Mensch dienen, ist noch nicht bekannt. Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich die ersten Erkrankten Anfang Dezember 2019 auf einem Markt in Wuhan in der Provinz Hubei, China, angesteckt haben. Das neuartige Coronavirus erhielt den offiziellen Namen “SARS-CoV-2“, die Atemwegserkrankung, die es auslöst, wird als “COVID-19” bezeichnet.

Obwohl das Leben der Fledermäuse im Dorfcafé Buntes Sofa schon der Titel einer Abendveranstaltung war, werden diese Tierchen nicht als Mahlzeit bei uns aufgetischt. Anders verhält es sich mit den süßen Köstlichkeiten die uns das Backteam in den Kühlschrank stellt. Doch wird es mindestens bis Ende April keine Torten im Café geben. Solange werden wir uns mit Reis, Nudeln und Fertigsuppen begnügen

Ardeyer Dienstpflichtige 1666

Für den Gemeindebezirk Ardey sind verzeichnet, und zwar unter der Bezeichnung „ Bauernschaft Ardey“ :

Hermann Schulte zu Ardey gehört dem Stift Fröndenberg, tut zwei Holzfuhren, hat von alters an Drosten, Richter und Fronen keine Dienste getan, ist aber seit zwei Jahren von Drosten auf 1 Rtlr. und vom Frohnen auf 1 Rtlr. angehalten.

Jasper Ruckebier gehört dem von Ascheberg zur Heiden, muss tun an Bau – und Handdiensten, so oft er will; auch muss er für den Drosten zwei Tage mähen oder ¼ Rtlr. geben. Für Richter und Fronen keine Dienste.

Bernd Lanckhoff gehört o.a. von Ascheberg, muss tun an Bau – und Handdiensten, so viel er will; hat vorderhin dem Drosten niemals gedient, allein seit zwei Jahren dem Drosten einem und dem Fronen ¼ Rtlr. zahlen müssen. Dem Richter nichts.

Johann Nolcke gehört ans Stift Fröndenberg, tut keine anderen Dienste als dem Drosten 2 Handdienste, dem Richter und dem Fronen nichts.

Jorgen Tiböter gehört dem von Ascheberg zur Heiden, muss Handdienste tun , so oft er will, hat früher dem Drosten keine Dienste getan, aber seit 2 Jahren an Drosten 1 Rtlr. Und Fronen ½ Blamüser zahlen müssen, an den Richter nichts.

Johann Schroer gehört ans Stift Fröndenberg. Tut keine Dienste als dem Drosten zwei, dem Richter und Fronen nichts. Seit 2 Jahren muss er an den Fronen ½ Blamüser zahlen, an dem Richter nichts.

Frantz Lueg gehört dem von Ascheberg zur Heiden und muss Hand tun, so oft er will. Hat früher an dem Drosten nichts gezahlt, muss seit 2 Jahren dem Drosten ¼ Rtlr. und dem Fronen ½ Blamüser zahlen, an den Richter nichts.

Henrich Scheper gehört ans Stift Fröndenberg, tut keine Dienste als dem Drosten 2 Handdienste, wofür er nun seit zwei Jahren dem Drosten ¼ Rtlr. Zahlen muss, auch dem Fronen ¼ Blamüser geben, dem Richter aber nichts.

Daniel Claß gehört o.a. von Ascheberg, muss dienen, so oft er will. Hat früher dem Drosten keine Dienste geleistet, muss aber seit zwei Jahren an den Drosten ¼ Rtlr. und an den Fronen ½ Blamüser zahlen, an den Richter nichts.

Hermann Scheper gehört o.a. von Ascheberg, muss dienen, so oft er will. Hat von alters her an den Drosten, Richter und Fronen keine Dienste geleistet. Aber nun seit zwei Jahren wird er vom Drosten auf 1 Rtlr. und vom Fronen auf ¼ Rtlr. angehalten.

Henrich Kißing gehört auch o.a. von Ascheberg, muss dienen, so oft er will. Hat von alters an Drosten, Richter und Fronen keine Dienste getan. Seit zwei Jahren wird er vom Drosten auf 1 Rtlr. und vom Fronen auf ¼ Rtlr. angehalten.

Es zeigt sich hier in der Bauernschaft Ardey ab, die Handarbeit durch Geldzahlungen zu ersetzten und bei dieser Gelegenheit auch die bis dahin zu den Lasten der landesherrlichen Beamten herangezogenen Bauern mitzuerfassen. Ab dem Jahre 1705 werden neben den Namen der Bauern erstmalig auch die Größe ihres Ackerlandes erfasst und somit die steuerliche Leistungsfähigkeit erfasst.